Testbericht: Acer Iconia A1-830

Nach meinen Testberichten für das Sony Xperia Tablet Z und das Samsung Galaxy Tab 3 wurde ich gebeten, ein Acer Iconia A1-830 zu testen.

Ich war erstmal verwundert, dass Acer überhaupt Tablets herstellt, ich verbinde diese Marke eher mit Desktop-PCs und Laptops – aber es scheint von Acer doch schon einige Tablets zu geben! Hier nun also meine Eindrücke zu einem davon 🙂

Acer Iconia A1 830

Erster Eindruck und Qualität

Das Gehäuse kommt recht solide daher, mit einer Plastik-Vorderseite und einer Metall-Rückseite. Dadurch liegt das Tablet aber relativ schwer in der Hand. Die Übergänge am Gehäuse zwischen Plastik und Metall sind relativ rucklig, aber das stört mich persönlich nicht wirklich.

Beim ersten Booten wird man von der typischen Google-Einrichtung begrüsst. Ist man mit dieser durch, folgen aber gleich die Bitte, sich ein Acer-Konto anzulegen, und danach die typische Dropbox-Werbung. Dann bittet einem das vorinstallierte McAfee-Security, man möge es doch bitte aktivieren. Alles in allem merke ich beim ersten Start schon, dass hier mehr Schrott-Software vorinstalliert ist, als mir lieb wäre.

Technik und besondere Features

Nun mal wieder zu den rohen technischen Daten:

  • Screen: 7.9 Zoll IPS LCD, 1024×768, 162 ppi
  • Intel Atom Z2560 CPU (1.6 GHz Dualcore)
  • 5 Megapixel Kamera, 1.9 Megapixel Frontkamera
  • WLAN nach den a/b/g/n-Standards auf 2.4 und 5 GHz
  • kein SIM-Slot (dafür aber MicroSD)
  • Bluetooth 3.0
  • GPS
  • 16 GB flash, 1 GB RAM

Interessant fand ich hier vor allem, dass ein Intel Atom und kein ARM zum Einsatz kommt. Eher untypisch für ein Android-Tablet.

Auch hier habe ich wieder einige Benchmarks laufen lassen:

Antutu 4: 16894
Antutu 4 – OpenGL ES 2.0: 3083
Quadrant: 6302
Vellamo – Brower: 1691
Vellamo – Multicore: 959
Vellamo – Metal: 778
CF-Bench: 8785
3DMark: Benchmark crasht

Von diesen Daten her liegt das Iconia irgendwo in der Liga des von mir getesteten Galaxy Tab – in einigen Benchmarks etwas besser, in anderen etwas schlechter.

Der MicroSD-Slot ist sehr erfreulich, aber ansonsten hat das Tablets nichts an Hardware-Features zu bieten, die jetzt speziell anzumerken wären.

Bildschirm

Die Auflösung des Tablets ist mit 1024×768 ja relativ niedrig – aber aus irgendeinem Grund (seltsames Antialiasing?) ist das Font-Rendering echt schlecht – leider sieht’s am Laptop auf einem Screenshot dann wieder gut aus.

Acer spricht ja von einem “hochauflösendem Display”, und das Tablet sei deshalb “ideal zum Lesen und Surfen im Internet geeignet”. Das kann ich leider nicht bestätigen, und 1024×768 als hochauflösend zu bezeichnen, ist ziemlich hoch gegriffen.

Auch mit dem Touchscreen hatte ich so meine Probleme – aus irgendeinem Grund wurden teilweise Berührungen nicht richtig registriert, und ich musste Dinge mehrmals antippen, bis etwas passierte.

Ansonsten unterstützt der Touchscreen Multitouch mit 5 Fingern – andere Tablets schaffen 10, aber ich denke nicht, dass der Unterschied gross ins Gewicht fällt 😀

Software

Auf dem Tablet ist Android 4.2.2 (Jelly Bean) vorinstalliert, also eine Android-Version aus dem Februar 2013. Hier wäre auch wieder ein Update auf 4.4 (Oktober 2013) wünschenswert.

ein Teil der vorinstallierten Apps

ein Teil der vorinstallierten Apps

Wie ich das Galaxy Tab kommt das Acer Iconia leider ziemlich zugemüllt aus der Schachtel. Folgende Software war neben der Standard-Android-Software vorinstalliert:

  • 7digital: Ein Musik-Store
  • abDocs: Offensichtlich eine Office-Applikation. Funktioniert nicht ohne Acer-Konto.
  • abFiles: Soll es möglich machen, Files auf dem PC mit dem Tablet zu durchsuchen. Funktioniert nicht ohne Acer-Konto.
  • abMusic: Kann Musik von dem PC streamen. Ihr ahnt es schon, funktioniert nicht ohne Acer-Konto.
  • abPhoto: Irgend ne Foto-Applikation…. Funktioniert natürlich nicht ohne Acer-Konto.
  • abVideo: Offensichtlich dasselbe für Videos, mit derselben Restriktion.
  • AccuWeather: Ein App, das einem das Wetter anzeigt. Da kann ich auch aus dem Fenster schauen 😛
  • Acer Portal: Keine Ahnung was es ist, jedenfalls funktioniert es nicht ohne Acer-Konto.
  • Agoda: Ein App um Hotels zu suchen. Das Interface ist ein Handy-Interface auf die Tablet-Grösse hochskaliert, also alles viel zu gross.
  • ASTRO File Manager: Ein Filemanager. Mit eingebauter Werbung. Ich kriege Apps mit Werbung vorinstalliert auf ein kostenpflichtiges Gerät. Hell yeah.
  • Audible: Ein App um Hörbücher herunterzuladen. Braucht ein Amazon-Konto.
  • Barcode Scanner: Ein App um Barcodes zu scannen. Die einzige App bisher, die ich auch selbst installiert hätte.
  • Dropbox: Weil man ja noch etwas mehr Werbung braucht.
  • Evernote: dito.
  • Games: Ein Store für Games. Muss sich beim ersten Start updaten und neustarten, das zweite mal dasselbe nochmals (!), und das dritte Mal gibt es einen Force-Close. Wenn es dann mal funktioniert, kann man damit gratis Games herunterladen, die beim Start auf einmal doch kosten. Und wenn nicht, wären sie sicherlich mit Werbung vollgeladen, es heisst immerhin “Sponsored”. Was macht so eine kaputte Spamschleuder vorinstalliert? 🙁
  • Google Korean Input: äh ja, ich bin hier in Europa, danke.
  • Kobo: Ein Shop für Bücher.
  • Life Image: Irgend ein App womit man wohl Fotos und ein paar Notizen dazu machen kann.
  • McAfee Security: Virenscanner der mich bei jedem installierten App benachrichtigt, wie sicher es doch sei.
  • Simeij: Beim ersten Start werde ich mit irgendwelchen japanischen Zeichen begrüsst, und zwei Buttons. Es scheint irgend ein japanisches Keyboard zu sein. Habe ich schon erwähnt, dass ich in Europa bin?
  • Skype: Wohl selbsterklärend. Nutze ich nicht.
  • Top HD Games: öffnet einfach nur eine Seite im Browser mit Werbung, und Games, die noch mehr Werbung enthalten.
  • TuneIn Radio: Irgend ein Webradio-Client. Mit Werbung, versteht sich.
  • Zinio: Ein Shop für Print-Magazine.

Phew. Meine Bitte an Acer, und alle anderen Hersteller die sowas machen: Hört auf, eigene Apps zu entwickeln die sowieso keinen interessieren. Dann nutzt das so gewonnene Geld sinnvoll, anstatt euch zu prostituieren und diverse Adware und weiteren Schrott vorzuinstallieren. Danke. Das ist echt nicht auszuhalten.

simeji

Kamera

...und das war nicht der erste Versuch, und in einem hellen Raum

…das war nicht der erste Versuch, und in einem hellen Raum

Von der Kamera bin ich auch nicht begeistert – weder von der Hard- noch von der Software.

Der Zoom-Regler lässt sich fast nicht verstellen im App, beim Fokussieren gibt das Gerät jedes mal einen nervigen Ton aus (der sich natürlich nicht ausschalten lässt), und die Fotos sind… schlecht.

Fazit

Auch hier fällt das Fazit ganz ähnlich aus wie beim Galaxy Tab: Es mag vielleicht etwas sein für casual user, die etwas im Web herumsurfen. Ich selbst bleib aber lieber bei meinem Thinkpad x220t – zwar dicker und schwerer, aber dafür neben dem Tablet auch ein richtiger Laptop.

One thought on “Testbericht: Acer Iconia A1-830

  1. Heinrich

    Erst musste ich grinsen.
    Jetzt ist mir schlecht.

    Warum machen Hersteller sowas? Warum? Ich würde mich tödlich schämen.
    Leistung und Einfachheit, das kann doch nicht so schwierig sein.

    Ich gehe jetzt, und schreibe. Auf meinem x230t.

    Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *